Emil Mangelsdorff: „Swing tanzen verboten“

Mo., 23. September 2019
19:30

Gesprächskonzerte mit Emil Mangelsdorff

Emil Mangelsdorff, 1925 in Frankfurt am Main geboren und unter den Bedingungen des Nazisystems herangewachsen, musiziert und berichtet in seiner lebhaften und humorvollen Gabe von den Erfahrungen und Erlebnissen des Jugendlichen Emil, der seine Leidenschaft zum Jazz entdeckt und entschlossen ist, Jazzmusiker zu werden. Er gehört zu jener „Swing-Jugend“ in Frankfurt, die eine Gegenkultur zum NS-System lebt und Maßnahmen der Gestapo bis hin zur Verhaftung erträgt. Der Staat, in dem er aufwächst, unterdrückt und verfolgt jede künstlerische Artikulation, deren Basis Freiheit und Menschenwürde ist. Emil, von der Ausdruckskraft des Jazz, von der Vielfalt der Mittel dieser Musik beeindruckt, erfährt, daß kulturelle Neugier, Kreativität und Offenheit ausreichen, um die Staatsgewalt auf den Plan zu rufen.

Foto: Emil Gustav Eckart

Aus der Perspektive eines Jugendlichen erzählt Mangelsdorff. Eindrucksvoll und lebendig zeigt er, daß Zivilcourage und ein Bekenntnis zu kultureller Vielfalt in jeder Gesellschaft möglich und notwendig ist, daß der aufrechte Gang aber auch Spaß macht. Generationen junger Menschen waren bei unseren Touren durch die Stadtteile ein begeistertes Publikum.

Emil Mangelsdorff erhielt das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Für seine Aktivität in der „Swing-Jugend“ in Frankfurt wurde er mit der Johanna-Kirchner-Medaille und mit der Goethe-Plakette seiner Geburtsstadt geehrt. Er ist Träger der Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen und der Goethe-Plakette des Landes, wie vor ihm der Philosoph Max Horkheimer, der Komponist Carl Orff, der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki und der Karikaturist Chlodwig Poth.

Mo., 23.9.19 | 19:30 Uhr | Haus am Dom |  | 15,-/12,-/JIF 10,-€ |
Reservierung JIF-Mitglieder in der Reservierungsmaske „Mitglied JIF“ angeben!

Emil Mangelsdorff (as), Thilo Wagner(p), Jean-Philippe Wadle (b), Axel Pape (dr)

http://www.emilmangelsdorff.de
http://www.kultur-im-ghetto.de

Eine Veranstaltung der Projektgruppe Kultur im Ghetto

Uli Schiffelholz Quadripolar

Fr., 27. September 2019
20:00

Wer könnte es treffender ausdrücken als Claus Gnichwitz, der auf hr2-kultur zu dieser Band sagte: „Das neue Quartett von Schlagzeuger und Komponist Uli Schiffelholz erweist sich als ausgesprochen spielfreudiges Kollektiv. Die vier Musiker, allesamt ausdrucksstarke und virtuose Solisten, improvisieren ‚mit ganz großen Ohren‘ und versprühen im Konzert eine ungeheure Energie. Die ungewöhnliche Instrumentierung ermöglicht einen erdigen und zupackenden Sound – und überhaupt: das Ganze swingt und groovt teuflisch!“Foto: (c)Leander Lenz

Uli Schiffelholz studierte in Köln und wurde 2011 mit dem Jazzstipendium der Stadt Frankfurt am Main ausgezeichnet, das ihm einen Studienaufenthalt in New York ermöglichte. Musikalisch aktiv ist er u.a. im Jazzensemble des Hessischen Rundfunks, doch die Bandbreite seiner künstlerischen Arbeit reicht vom Rock bis zur Klassik.

Gast seines exzellenten Quartetts ist für dieses Konzert John Schröder. Aufgewachsen in Frankfurt am Main, kennt man ihn als Gitarristen, als Schlagzeuger und als Pianisten. Er hat auf jedem seiner Instrumente ein Niveau, wie man es höher nicht von ganz spezialisierten Musikern erwarten würde. John Schröder ist ein unglaublicher Musiker – und in Frankfurt völlig zurecht immer noch ein „local hero“.

Christian Torkewitz (sax), Jean-Yves Jung (organ), John Schröder (g), Ole Heiland (tuba), Uli Schiffelholz (dr)

www.quadripolar.de

Club Voltaire | Fr., 27.9.2019 | 20 Uhr | 12,–/9,– €

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David Helbock solo

Do., 26. September 2019
20:00

Playing John Williams

Von E.T. über Harry Potter bis hin zu Jurassic Park: Große Filmmusik solo am Klavier. Der junge österreichische Jazzpianist David Helbock interpretiert Musik des mehrfach Oscar- und Grammy-prämierten US-amerikanischen Filmkomponisten John Williams.

„Er begleitet mich bereits mein ganzes Leben“, sagt David Helbock, „das Wechselbad der Gefühle zwischen Faszination und Angst werde ich nicht vergessen, als ich den „Weißen Hai“ erstmals schaute. All das waren tief emotionale und prägende Erlebnisse für mich, und verantwortlich dafür war auch immer der Soundtrack zu den Filmen.“

David Helbock ©Joanna Wizmur

„Ich habe alles Mögliche mit John Williams Musik gemacht, sie reharmonisiert, andere Taktarten verwendet und vieles mehr, um so natürlich auch meine eigene Stimme mit einfließen zu lassen“, erzählt David Helbock über den Schaffensprozess. „Aber bei allen Änderungen bleibt die Melodie immer dieselbe und so bleibt der Wiedererkennungseffekt erhalten. Viel passierte bei den Bearbeitungen intuitiv und ist von den Emotionen gelenkt, die die jeweiligen Filme in mir auslösen. Ich habe mir also die Hauptmelodien aufgeschrieben, dann zuerst die Filme angeschaut, bevor ich schließlich improvisatorisch am Klavier meine Versionen entwickelt und langsam erweitert habe.“

David Helbock (p)

www.davidhelbock.com

Romanfabrik | Do., 26.9.2019 | 20 Uhr | 15,–/12,– €

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Chris Jarrett solo

Fr., 20. September 2019
20:00

„New Journeys/Tales of our Times“

Chris Jarrett, der seit Jahrzehnten mit seiner Klaviermusik durch die Welt reist und seit längerem auch ausgedehnte freie Orgelimprovisationen aufführt, spielt an diesem Abend erstmals beide Instrumente in einem größeren Konzert. Dabei vereint er „New Journeys“ auf der Orgel und „Tales of our Times“ auf dem Klavier in einem Programm.Foto : Band

In seinen Stücken lässt er Jazz, Klassik, Avantgarde und Weltmusik auf atemberaubende Weise verschmelzen. Seine Musik ist vital und impulsiv, voller Brüche und Überraschungen und nicht leicht einzuordnen. Frank Zappa etwa gilt ihm genauso als Orientierung wie die Meister des Barock oder der Moderne. Sein Repertoire reicht von atonalen Miniaturen über Sonaten, Filmmusiken und Ballett bis hin zur Oper.

„Wer mit einer solchen Energie, mit pianistischem Furor, aber auch mit einer solchen Brillanz und Subtilität des Anschlags die Tasten zu drücken vermag, sich dabei das sperrige Instrument geradezu einverleibt (…) [weckt] die Assoziation eines mythischen Kentaur – halb Klavier, halb Mensch (…) phantasievoll, originell, energiegeladen und technisch perfekt.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

Chris Jarrett (org, p)

www.chrisjarrett.de

Heiliggeistkirche/Dominkaner | Fr., 20.9.2019 | 20 Uhr | 20,–/15,– €

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Alexander von Schlippenbach/Daniella Baumeister

Fr., 13. September 2019
20:00

Jazzgeschichten IV

Die Reihe „Jazzgeschichten“ setzen wir fort mit einem weiteren prominenten Jazzmusiker im Gespräch mit Daniella Baumeister.

Photo  by Florin Leonties

Alexander von Schlippenbach ist einer der kreativen Köpfe der europäischen Jazzszene, als Avantgarde-Komponist Vermittler zwischen zeitgenössischer E-Musik und dem Jazz, dem Free Jazz eng verbunden und bei allem, was er macht, wandlungsfähig, lebendig, ein hochsensibler Feingeist. Seit mittlerweile über 70 Jahren sitzt Alexander von Schlippenbach am Klavier, bis heute leitet er das Globe Unity Orchestra, das er in den 1960er Jahren gegründet hatte, seit fast 50 Jahren besteht sein Trio; am liebsten spielt er mit seiner Frau, der japanischen Pianistin Aki Takase. Wenn er spielt, hat eine Tonleiter „mehr als 12 Töne“ und auch ein paar mehr Tasten als gewöhnlich, seine „Tonvorräte“, wie er es gern nennt, scheinen unendlich, Improvisation ist für ihn ein unendlicher Moment, da fällt schon mal der Begriff „Hexenkesselteufelswerk“.

Der Meister der Grenzüberschreitung wurde 1994 mit dem Albert-Mangelsdorff-Preis ausgezeichnet, dem bedeutendsten Jazzpreis Deutschlands. Er erhielt außerdem den Berliner Kunstpreis (1976), den SWR-Jazzpreis (2007) sowie mehrere Schallplattenpreise. 2017 wurde ihm das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Alexander von Schlippenbach; Daniella Baumeister (Moderation)

www.avschlippenbach.com

Steinway & Sons| Fr., 13.9.2019 | 20 Uhr | Einlass 19:30 Uhr | 15,–/12,– €

Reservierungen

 

 

Jonas Burgwinkel Trio

Do., 12. September 2019
20:00

Medusa Beats

Es gibt Klaviertrios, die musikalisch nur noch sehr wenig mit dem klassischen Klaviertrio im Jazz gemein haben. Bei Medusa Beats, dem neuesten Projekt des Kölner Schlagzeugers Jonas Burgwinkel, haben sich die Rollen so weit aufgelöst, dass hier niemand mehr den anderen begleitet, sondern alle drei Musiker auf Augenhöhe miteinander agieren.

Foto: © FÖRDERVEREIN MPS-STUDIO VILLINGEN E.V.

ist er als Schlagzeuger nicht nur der Taktgeber. Man hat oft den Eindruck, dass er die Melodien und Akkorde in das Zusammenspiel einbringt.

Was diese drei sehr besonderen Musiker aus Paris, Amsterdam und Köln gemeinsam auf der Bühne kreieren, ist aber nicht nur ein herausragendes Beispiel für das, was improvisierte Musik heute kann. Diese drei Musiker öffnen spielerisch und ästhetisch einen Blick weit nach vorn in die Zukunft der Musik im 21. Jahrhundert. Dabei versprühen sie Spielfreude und Sinn für Abenteuer.

Jonas Burgwinkel studierte in Boston, Maastricht und Köln (wo er inzwischen selbst eine Professur inne hat) und gewann etliche Jazzpreise. Er spielte auf nunmehr sechs Kontinenten in zahlreichen Projekten, u.a. mit Jazzgrößen wie Uri Caine, Mark Murphy, Dave Liebman, Charlie Mariano, Lee Konitz, Joachim Kühn oder Manfred Schoof. In Frankfurt ist er ein gern gesehener Gast, z.B. im Trio der Pianistin Anke Helfrich.

Benoit Delbecq (p, synth), Clemens van der Feen (b), Jonas Burgwinkel (dr)

www.jonasburgwinkel.com

Die Fabrik | Do., 12.9.2019 | 20 Uhr | 15,­–/12,– €

Reservierungen/Tickets

After Work Jazz: Stella feat. Victor Fox

Mo., 9. September 2019
19:00

Der Schwerpunkt unserer „After Work Jazz“-Reihe, jeweils am 2. Montag im Monat ab 19 Uhr im Club Voltaire, liegt auf jungen, neuen Bands und Projekten aus der Jazzszene Frankfurt/Rhein-Main. Die Jazzszene in und um Frankfurt ist voller Kontraste, ebenso traditionsbewusst wie modern, experimentierfreudig, virtuos, und – selbstverständlich für Frankfurt – weltoffen und international. Dieser lebendigen und vielfältigen Szene wollen wir mit der Montagsreihe im Club Voltaire eine zusätzliche Bühne geben.

Heute mit: Stella feat. Victor Fox

Victor Fox (sax), Valentin Melvin (p), Charly Härtel (b), Eddy Sonnenschein (dr)

https://www.valentinmelvin.com/

In Zusammenarbeit mit dem Club Voltaire

Club Voltaire After Work | Mo., 9.9.2019 | 19:00 Uhr | Eintritt frei

Lauer – Garvie

Fr., 6. September 2019
20:00

Seit mehr als 30 Jahren ist Christof Lauer mit bewundernswerter Kontinuität auf allen Kontinenten und bei allen europäischen und internationalen Festivals zu hören. Die Vielfalt und kreative Energie seiner musikalischen Begegnungen und Projekte spiegelt auch seine tiefste Überzeugung wider: „Jazz ist Kommunikation“. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Jazzpreis des SWR (1986), dem Hessischen Jazzpreis (2005) und dem Echo Jazz (2015).

Valentin Garvie ist in Frankfurt als Mitglied des Ensemble Modern (seit 2002) und als Jazzmusiker bekannt geworden. Von Anfang seiner musikalischen Karriere an ist er in beiden musikalischen Welten zuhause, ein beständiger Grenzgänger zwischen Jazz und Klassik. Nach einigen Jahren in Deutschland pendelt er seit 2018 für seine Projekte zwischen seinem Heimatland Argentinien und Frankfurt hin und her. Er wurde 2007 mit dem Titel des „Associate of the Royal Academy of Music“ geehrt. 2012 erhielt er das Frankfurter Jazzstipendium, 2015 den Hessischen Jazzpreis.

Foto: © Guido Frigerio

Beide Musiker kennen sich von mehreren gemeinsamen Auftritten. Es wird spannend sein zu erleben, wie sich die Energien dieser großen Musiker verbinden, in einem besonderen Programm für diesen Konzertabend.

Christof Lauer (ss, ts), Valentin Garvie (tp, flh)
www.christoflauer.com
valentin.garvie

Gethsemanekirche | Fr., 6.9.2019 | 20 Uhr | 15,–/12,– €

Reservieren

Mit freundlicher Unterstützung der Merz Pharma GmbH

Plandé/Angelini

Do., 5. September 2019
20:00

Eric Plandé und Bruno Angélini hatten schon früher in den verschiedensten Besetzungen zusammengespielt, als Eric Plandé seinen Kollegen einlud, zwei Tage in einem Tonstudio aufzunehmen und anschließend ein Duo-Konzert in dem Konzertsaal „La Batterie“ im Pariser Vorort Guyancourt zu geben. Beide sind von Musikern wie John Coltrane, Paul Bley, Paul Motian, Robert Fripp inspiriert, aber auch von den Werken Claude Debussys, Igor Strawinskys, Béla Bartóks oder Olivier Messiaens.

Fotos: ©Clément Puig / shelomo Sadat

aie kennen keine stilistischen oder harmonischen Grenzen, sie lassen ihre Musik aus der Stimmung heraus entstehen und wechseln laufend die Rollen des Solisten und des Begleiters. Jedes Thema ist Stoff für eine Improvisation, in jedem Musiker spiegelt sich der andere. Improvisation heißt für sie, aus dem Nichts zu beginnen und alles zu erreichen.

Eric Plandé, der aus Frankreich stammende und heute in Wiesbaden lebende Sopran- und Tenorsaxofonist, pflegt ein energiegeladenes, ekstatisches Spiel und die freie Improvisation. Bruno Angélini studierte klassisches und Jazzklavier am Konservatorium seiner Heimatstadt Marseille. Er spielte u.a. mit Kenny Wheeler und Norma Winstone und tritt regelmäßig in mehreren Projekten auf, u.a. seinem Quartett „Open Land“.

Eric Plandé (sax), Bruno Angélini (p)
www.ericplande.com, www.brunoangelini.com

Romanfabrik | Do., 5.9.2019 | 20 Uhr | 15,–/12,– €
Reservieren/Tickets

Meditation | Christof Lauer

Mi., 4. September 2019
17:00bis17:30

Der Saxofonist Christof Lauer hat sich mit seiner kraftvollen Virtuosität einen Spitzenplatz in der Jazz-Welt erspielt. Anfang 2019 hat er mit seiner Jazz-Meditation ein äußerst erfolgreiches neues Format gestartet: In der Alten Nikolaikirche am Frankfurter Römer spielt er an jedem ersten Mittwoch im Monat 30 Minuten frei improvisierte Musik. Er inspiriert die Zuhörer und spontanen Besucher, lässt sie zu sich kommen, in Klangwelten eintauchen und lenkt die geistigen Kräfte zu kreativem, in die Tiefe gehenden Nachdenken.

Foto: © ACT Norbert Guthier

Christof Lauer gehört ohne Zweifel zu Frankfurts Vorzeigemusikern und steht in einer Reihe mit den Mangelsdorff-Brüdern oder Heinz Sauer als Markenzeichen für die Jazzstadt Frankfurt. Aufgewachsen in einer nordhessischen Pfarrersfamilie, studierte er in Frankfurt und in Graz. Nach seiner Rückkehr nach Frankfurt Ende der 1970er Jahre wurde er Solist im Jazzensemble des Hessischen Rundfunks, nahm 1994 Charlie Marianos Platz im United Jazz and Rock Ensemble ein und gehörte ab 1996 zum Albert Mangelsdorff Quintett; bis Ende 2018 war er Mitglied der NDR Bigband. Er ist ein umtriebiger Weltenbummler: Mit seinen zahlreichen Bandprojekten – z.B. mit Michel Godard oder Patrice Héral – spielt er weltweit. Er wurde mit dem SWR-Jazzpreis (1986) und mit dem Hessischen Jazzpreis (2005) ausgezeichnet. 2015 erhielt er den Echo Jazz für „Petite Fleur“ als Bigband-Album des Jahres.

Christof Lauer (sax)

Alte Nikolaikirche | Mi., 4.9.2019 | 17 Uhr | Dauer: 30 Minuten | Eintritt frei | keine Reservierungen

https://www.christoflauer.de